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Beispiele fuer Boniturauswertungen in on-line-Informationssystemen fuer genetische Ressourcen

Siegfried Harrer

Zentralstelle für Agrardokumentation und -information (ZADI), Informationszentrum für genetische Ressourcen (IGR), Villichgasse 17, D-53177 Bonn, Email: harrer@zadi.de

 

 

Weltweit bestehen bei den unterschiedlichsten Einrichtungen umfangreiche Sammlungen an genetischen Ressourcen landwirtschaftlicher Kulturpflanzen. Diese Sammlungen stellen aufgrund ihrer im Material enthaltenen genetischen Vielfalt ein wertvolles Potential dar. Eine Nutzung dieser Ressourcen durch Züchtung und Forschung wird derzeit dadurch erschwert, daß Informationen über Werteigenschaften einzelner Muster für potentielle Nutzer nicht bzw. nur sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Die rasante Entwicklung der Online-Technologie im Internet bietet neue Möglichkeiten, die auch zunehmend für den Aufbau von entsprechenden Informationssystemen für genetische Ressourcen genutzt werden. Dabei gibt es bisher nur wenige Systeme, welche auch Boniturdaten zu Charakterisierungs- und/oder Evaluierungsmerkmalen anbieten. Die vorgestellten Informationssysteme SINGER (System-wide Information Network for Genetic Resources; http://noc1.cgiar.org/), International Vitits Database (http://www.genres.de/idb/vitis/), Nordic Gene Bank Triticum Database (http://www.ngb.se/Material/Triticum.html) und das GRIN-Sytem (http://www.ars-grin.gov) in den USA bieten zwar Boniturdaten an, doch ist in der Regel die Datenbasis bei den meisten Merkmalen gering. Eine weitergehende statistische Auswertung dieser Boniturdaten findet derzeit in keinem dieser Systeme statt. Mit dem ebenfalls vorgestellten deutschen EVA-Projekt (http://www.genres.de/eva/) sollen u.a. gerade auch für Boniturdaten methodische Ansätze für die Auswertung speziell im Hinblick auf die Nutzung von pflanzengenetischen Ressourcen entwickelt werden.

Ziel des EVA-Projektes ist dabei der Aufbau eines zentralen Erfassungs- und Dokumentationssystems in Deutschland, in welchem vorhandene und neu hinzukommende Evaluierungsdaten aus Genbanken, anderen Sammlungen aber auch von amtlichen Sortenprüfungen systematisch gesammelt, aufbereitet und für den Nutzer bereitgestellt werden. Die Grundlagen für die Verknüpfung und integrierte Auswertung von dezentral gewonnenen Evaluierungsdaten (und damit auch von Bonituren) sollen beispielhaft zunächst an Gerste und zeitlich versetzt dazu an Kartoffel und Obst entwickelt und geprüft werden. Dabei gilt es u.a. auch, bereits erhobene und gefährdete Daten aus den neuen Bundesländern in elektronischer Form zu erfassen und damit langfristig zu sichern sowie die Nutzbarkeit solcher Daten und die Effizienz ihrer nachträglichen Erfassung eingehend zu prüfen.